Sonntag, 17. Dezember 2017

Casamentos / Hochzeiten

Am 9. Dezember durfte ich vor ca. 400 Personen meine erste afrikanische Trauung halten. Normalerweise machen das die Afrikaner selber. Missionare predigen, halten Seminare, aber führen gewöhnlich keine "Amtshandlungen" durch. Oft sind die Paare schon länger traditionell verheiratet, haben Kinder und heiraten später offiziell (Standesamt) sowie kirchlich. Bei diesem Paar war das anders. Die Hochzeit war der Start in ihr gemeinsames Leben.


Iolanda und Titos sind echt ein süsses Paar


Bilder am Praça de Independência (Platz der Unabhängigkeit)



Nach dem Trauversprechen, Ringe anstecken und Hochzeitskuss, wird
die Hochzeitstorte feierlich angeschnitten


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Hochzeit von unsererm Mitarbeiter Domingos

Am 16. Dezember waren wir wieder bei einer Hochzeit, da ein Mitarbeiter offiziell heiratete - traditionell ist er schon lange verheiratet - er hat schon Kinder im Teenageralter. Die Fahrt zur Kirche in ein Bairro (Stadtteil) von Chimoio war schon ein Abenteuer - ohne einen Verwandten, den wir unterwegs antrafen und mitnahmen, hätten wir das nicht gefunden.


Da die Kirche (siehe Bild) zu klein war, wurde daneben eine Plane gespannt.


Da ich keine offizielle Aufgabe bei dieser Hochzeit hatte, dachten wir, dass wir uns einfach mal zu den Leuten setzen könnten - doch dem war nicht so. Andrea und ich sassen vorne neben dem Pastor, der die Trauung durchführte - wir wurden aufgefordert uns vorzustellen, ich musste zum Anfang beten und auch bei der Segnung des Brautpaares mitwirken. Beim anschliessendem Essen sassen wir dann direkt neben dem Brautpaar. Es heisst ja: Ehre wem Ehre gebührt, doch manchmal ist das uns fast zu viel - doch das gehört halt auch dazu.


Das Brautpaar trägt sich ins Kirchenbuch ein


Der Jugendchor in Aktion

Freitag, 24. November 2017

Gemeindeneugründung in Gondola

Mitte November besuchten wir eine Kirche am Stadtrand unserer Nachbarstadt Gondola. Da ist eine Gemeindeneugründung. Innerhalb 2 Monaten haben sie mit einfachen Mitteln - gebrannten Lehmziegeln und Matope (das ist Lehm mit Wasser angerührt als Mörtel - so spart man den Zement, der recht teuer ist) eine schöne Kirche gebaut. Als Fenster haben sie einfach kleine Dreicke in die Wand gemacht.



Es hatte an diesem Tag geregnet - als wir um 9.55 Uhr ankammen, war nur der Leiter da. Wir warteten ca. 20 Minuten und begannen mit ca. 10 Leuten. Nach und nach füllte sich dann der Raum. Das Predigen war nicht einfach, denn sie hatten niemand der Übung in der Übersetzung von Portugiesisch auf Shona hatte. So standen zeitweise drei Übersetzer neben mir und derjenige der es am Besten in dem Augenblick wusste, hat dann den nächsten Satz übersetzt. Am Ende meinte der Leiter, sie hätten die Botschaft verstanden - darauf kommt es ja an.




Montag, 23. Oktober 2017

Zu Besuch in Mhukuta

Gemeinsam mit unserem Pastor Presidente und seiner Frau besuchten wir eine Gemeinde im "Busch". Über eine Stunde ging es auf Erdstrassen durch das Gelände. Man hatte das Gefühl - der Weg nimmt kein Ende. Zum Glück war der Pastor dabei, der uns lotste, sonst wärem wir vielleicht wieder umgekehrt. Zwischendurch hatten wir das Gefühl, wir sind am Ende der Welt!


So kurz vor 10 Uhr kamen wir endlich an. Wahrscheinlich hatte der Gottesdienst schon um 9.00 oder 9.30 Uhr begonnen - doch das spielt in Afrika keine Rolle. Als sie das Auto hörten, kam die ganze Gemeinde aus der Kirche und begrüsste uns herzlich. Das Leben in diesem Dorf ist noch ganz anders als in Chimoio - da zu leben wäre für uns noch eine ganz andere Herausforderung.


Der Evangelist der Gemeinde (links) und Bruder Armade (rechts).



Die Kirche hat keine Stühle oder Bänke, nur dünne Holzbalken, auf denen sie sitzen. Aber wir Gäste sassen auf schönen selbstgemchten Stühlen (die könnten von den Rangern hergestellt sein).


Trotz der grossen Armut herrscht unter den Christen grosse Freude - bei jung und alt!




Dankbar nahmen sie die Predigt auf und kamen zum Gebet nach vorne.
Nach dem Gottesdienst gab es ein gemeinsames Mittagessen. Für die Gäste gab es Reis, Hühnchen, Massa und Bohnen - für die übrigen Gottesdienstbesucher nur Massa und Bohnen. Gäste bekommen ein Essen, das sie sich selber nicht leisten können - das ist wahre Gastfreundschaft.



Hier warten die Leute auf das Mittagessen



Kirche von hinten

Graduação

Am Samstag war die Abschlussfeier der 3. Bibelschulklasse. Da gab es viel vorzubereiten für unsere Mitarbeiterin Katharina, die als stellvertretende Schulleiterin aktiv ist. Da sich der Schulleiter seit längerer Zeit im Ausland befindet, kam noch mehr Arbeit auf sie zu - sie hat es super gemacht!!!!


Mit grossem Aufwand und mit viel Liebe wurde die Kirche geschmückt





Es war ein wirklich festlicher Anlass - unsere Afrikaner können einfach toll feiern!


Feierlich werden die Diplome überreicht!




Katharina in ihrem Element!

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Dia dos professores

  • Jedes Jahr gibt es einen Tag der Lehrer (Dia dos professores). An diesem Tag fällt der Unterricht aus und wir unternehmen etwas mit unseren Lehrern. Es ist gar nicht so einfach, etwas geeignetes zu finden. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten und unsere finanziellen Möglichkeiten sind auch begrenzt. Heute gingen wir in den Milpark - das ist ein Hotel mit einem schönen Park, ca. 10 Kilometer von Chimoio entfernt.

Unterwegs mit dem Bus, mit dem sonst unsere Schüler fahren.

Einige Eindrücke vom Milpark:




Der Milpark hat einen kleinen Minigolfgplatz. Das ist schon was besonderes für Mosambik - zwar nicht so eben wie man das von Europa kennt, aber man kann spielen. Ich hatte am Montag dem Chef gesagt, dass wir Minigolf spielen wollen und sie die Felder noch etwas sauber machen sollen. Als wir kamen hatten sie noch nichts gemacht und fanden auch nur 3 Minigolfbälle - aber es ging trotzdem - 19 Personen in 3 Gruppen und nach einer knappen Stunde waren die Felder dann auch vom Laub befreit. Irgendwie geht es immer, es dauert halt meistens etwas länger.





Essen ist in Afrika besonderes wichtig - ich hatte ein Buffet bestellt und gesagt, dass wir um 12.30 Uhr essen möchten - kurz vor 13.30 Uhr war es dann endlich soweit. Das warten hatte sich aber gelohnt, denn es war sehr lecker.



An so einem Tag gehört der Kuchen von Mâe Andrea auch dazu.



Zum Abschluss des Tages darf ein Lehrerfoto natürlich nicht fehlen.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Zu Besuch in der Gemeinde / Kirche von Pastor Tempo

Heute besuchten wir die Gemeinde von Pastor Tempo. Das ist eine Kirche von unserer Gemeindebewegung (IEAD). Die Kirche wurde 2003 gebaut und ist nun zu klein. Um das Gebäude herum wird nun grösser gebaut und dann später werden die inneren Mauern abgerissen. Kirchengebäude erstellen, hat hier eine grosse Priorität. Wir fragen uns manchmal, ob das immer so sinnvoll ist und das Geld nicht besser auch anders investiert werden könnte.


Das ist Pastor Tempo vor dem Kirchengebäude - im Hintergrund sieht man
die neue Mauer für den Erweiterungsbau.





Die "JOVENS" Jugendgruppe in Aktion.


Wir waren um 9.00 Uhr mit dem Pastor vor Ort. Der Name des Pastors (Tempo) bedeutet Wetter oder auch Zeit. Ja, Zeit spielt hier keine so grosse Rolle. Um 9.30 Uhr kamen einige Jugendliche und installierten Keyboard und Mikrophone. Danach begannen wir zu singen. Der Saal füllte sich so langsam. Ca. 10.15 Uhr begrüsste der Gottesdienstleiter die Gemeinde, was bedeutet, dass der Gottesdienst nun "offiziell" begonnen hat. Als ich mit der Predigt begann, war der Saal so gefüllt, dass noch einige stehen mussten. 






Der Gottesdienstsbesuch in Mosambik ist schon wesentlich höher als 
in der Schweiz oder in Deutschland.

Besuch eines Waisenprojektes in unserem Bairro



Am vergangen Dienstag nahm ich (Markus) die Einladung eines afrikanischen Ehepaares an. Sie haben in der Nähe unserer Schule (in unserem Bairro/Stadteil) vor 10 Jahren eine Gemeinde gegründet sowie ein Waisenprojekt begonnen. Sie bieten für Waisenkinder, die bei Verwandten wohnen (das geschieht öfters, dass Verwandte sie aufnehmen, wenn die Eltern nicht mehr leben), für 3- bis 5-jährige (2 Klassen) ein Vorschulprogramm an.


Die Kinder sind freudig bei der Sache und das Leiterehepaar und ihre freiwillige Helferin sind sehr engagiert. Leider fehlt es, wie bei so vielen Initiativen, am Nötigsten (Stühle, Bleisifte, Papier, Geld für Esssen ...). Am Liebsten hätten sie, dass sie durch uns Missonare (durch das Ausland) Unterstützung erhalten könnten. Es gibt so viele  Projekte, wo Hilfe dringend nötig wäre. Doch unsere Möglichkeiten sind jedoch auch begrenzt.


Wir überlegen, ob wir einige Kinder aus dem Projekt ab Januar 2018 als Patenkinder in unserer Schule aufnehmen könnten. Dies wäre möglich, da wir im nächsten Jahr mit einer zweiten Vorschulklasse beginnen.


Montag, 25. September 2017

Ein neuer Vorstand wird gewählt

Da wir im letzten Herbst in Maputo waren, war es das erste Mal, dass wir an der Pastorenkonferenz unserer Provinz teilnehmen konnten - sie fand in der Stadt Manica statt, nahe der Grenze zu Simbabwe.


Am Samstagnachmittag fand die Wahl unseres Vorstandes von unserem Gemeindeverband statt. Es wurde sehr genau darauf geachtet, dass nur ordinierte Pastoren an der Sitzung teilnahmen. Von den Erzählungen meines Vorgängers wusste ich, dass Missionare eigentlich nicht daran teilnehmen dürfen. Zu meiner Überraschung wurde ich aufgefordert an der Sitzung teilzunehmen und mit abzustimmen - das heisst etwas. Ein Pastor meinte später, ich sei schon gut integriert. Auch wenn ich eine andere Hautfarbe habe als meine neuen Pastorenkollegen, betrachten sie mich wohl als einer von ihnen - so habe ich da eine offene Tür, um das einzubringen, was Gott mir geschenkt hat, Graças a Deus!



Die Kandidaten wurden an die Tafel geschrieben und dann in geheimer Abstimmung gewählt. Der Wahlleiter zeigte der Versammlung jeden Zettel, bevor dem jeweiligen Namen dann einen Strich hinzugefügt wurde - es muss halt alles seine Ordnung haben - auch in Afrika.


Die 6 neuen Vorstandsmtglieder werden der Versammlung vorgestellt 
- 2 wurden wiedergewählt und 4 kamen neu hinzu -

Beerdigung in Gondola

Vor gut ca. 10 Tagen verstarb der Sohn unseres Superintendenten im Alter von 37 Jahren - er war einige Wochen krank. Als Familienvater hinterlässt er 4 noch relativ kleine Kinder. Der Tod ist hier in Mosambik viel näher als in Europa. Ca. 500 Trauergäste versammelten sich auf dem Grundstück unseres Superintendenten, wo die Trauerfeier stattfand. Danach ging es dann zu Fuss zum Friedhof. Nach der Beisetzung auf dem Friedhof, wurden dann alle vor dem Haus der Trauerfamilie mit einem Essen verköstigt - das ist für die Familie ein grosser finanzieller Kraftakt - jedoch darauf zu verzichten ist kulturell nicht möglich.


 

Nach der Trauerfeier fragten mich einige betreffs "boleia" (Mitfahrgelegenheit). Ich dachte ich nehme 10 Leute mit - 6 vorne und 5 hinten im Kofferraum. Unsere Hillux ist ja nur ein 5-Sitzer. Als ich die Klappe vom Kofferraum aufmachte sprangen (so schnell konnte ich gar nicht schauen) eine ganze Reihe von Leuten in den Kofferraum, die ich nicht kannte und die mich auch nicht gefragt hatten, ob sie mitfahren dürften. Es ging nicht einmal mehr die Klappe zu. Ich erklärte ihnen, dass ich so nicht fahren könne, da das viel zu gefährlich ist. So mussten einige wieder aussteigen und bis zur nächsten Chapahaltestelle laufen. Trotz der Reduzierung der Passagiere fuhren wir völlig überladen zurück nach Chimoio - beim nächsten Mal bin ich vorsichtiger, wenn ich die Kofferraumklappe öffne.

Interkulturelle Erfahrung - Reifen kaufen

Für unser Auto Toyota Noah benötigten wir dringend vorne zwei neue Reifen. Um als Ausländer nicht zu viel Lehrgeld zahlen zu müssen, nahm ich unseren Hausmeister mit und sagte ihm, dass er den Kauf tätigen soll und ich von ihm lernen möchte. Es gibt einige Geschäfte in der Stadt, die Reifen verkaufen, doch meinte Betinho (unser Hausmeister), dass man nur in zwei Geschäften gute Qualität bekommt. Wir wählten zwei Reifen aus und dann wurde um den Preis gefeilscht. Als es nach gut 10 Minuten zu keiner Einigung kam gingen wir zu unserem Auto und starteten den Motor. Der Händler lief uns nach und klopfte an die Scheibe und sagte, dass er seinen Chef anrufen werde und siehe da, wir konnten die Reifen um einiges günstiger erwerben. Im Laden hatte er aber nur einen Reifen von dem Typ als Ausstellungsstück. Er rief im Lager an, dass sie zwei Reifen bringen sollten. Nach ca. 20 Minuten kam jemand und brachte zwei Reifen - leider die falschen. Nach ca. weiteren 20 Minuten, hatten wir dann die richtigen Reifen im Auto - es dauert hier alles etwas länger, aber es funktioniert, wenn auch nicht gleich auf Anhieb.


Nun mussten wir noch jemand finden, der uns die Reifen wechseln und auswuchten konnte.  Bei der zweiten Werkstatt funktionierte das Auswuchtungsgerät. Hebelbühne Fehlanzeige - siehe Bild. Das Auswuchten für die zwei Reifen dauerte ca. 1 Stunde - ich bin mir aber nicht sicher, ob das Auswuchten wirklich erfolgreich war - so bei Tempo 100 habe ich da so meine Zweifel. Gut, dass unser himmlischer Vater seinen Engeln befohlen hat, dass sie uns behüten auf allen unseren Wegen.


Donnerstag, 14. September 2017

Kirche Bairro 5

Die afrikanischen Kirchen sind nicht so nobel wie in Deutschland oder der Schweiz, aber
sie haben auch ihren Reiz. Da kann man sich echt wohl fühlen.


Auch auf engstem Raum kann man Gott loben, sein Wort hören und Erlebnisse mit Gott machen - darauf kommt es doch an - oder etwa nicht?


Wenn die Kinder sehen, das man Fotos macht, wollen sie auch fotografiert werden. An was sich arikanische Kinder freuen können - unglaublich; da können wir Weisse (Asungu) noch viel lernen.



Graduação

Gestern waren wir zur Abschlussfeier von Zeca (einem unserer Lehrer, eingeladen), um mit ihm den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung zu feiern.




Es fand ein kleiner Gottesdienst statt mit Kurzpredigt, verschiedenen Dankesreden und natürlich mit dem traditionellen Kuchenanschnitt und anschliessendem Festessen - fast wie bei einer Hochzeit. 

Mit so einem grossen Programm hatten wir nicht gerechnet. Ich (Markus) hatte nicht einmal eine Krawatte an und mich auch nicht auf eine Rede vorbereitet, die ich dann aber trotzdem halten musste - das geht einfach nicht ohne. Das nächste Mal wird dir Krawatte bei solch einem Anlass nicht fehlen und ich werde eine kleine Rede vorbereiten - so macht man halt seine Erfahrungen in einer anderen Kultur.


- auch dieTochter darf die "eigenartige " Mütze mal ausprobieren -

Meine erste afrikanische Kindersegnung

Am letzten Sonntag im August kamen wir in unsere Gemeinde - ich hatte an diesem Sonntag eigentlich dienstfrei (keine Predigt etc.). Bei der Begrüssung meinte unser Pastor Presidente, dass wir uns heute die Arbeit teilen. Er würde predigen und ich solle zwei Kinder einsegnen. Graças a Deus sagte er mir das gleich zu Beginn des Gottesdienstes, so konnte ich noch mir etwas Gedanken machen was ich sagen könnte und für die beiden Kinder einen Bibelvers raussuchen.

 
Die Kinder waren so dick eingepackt. dass ich genau hinsehen musste um den kleinen Kopf überhaupt sehen zu können - und das bei ca. 25 Grad. Trotz kurzer "Vorbereitungszeit" hat es mir viel Freude bereitet und auch den Gottesdienstbesuchern hat es gefallen.