Montag, 25. September 2017

Ein neuer Vorstand wird gewählt

Da wir im letzten Herbst in Maputo waren, war es das erste Mal, dass wir an der Pastorenkonferenz unserer Provinz teilnehmen konnten - sie fand in der Stadt Manica statt, nahe der Grenze zu Simbabwe.


Am Samstagnachmittag fand die Wahl unseres Vorstandes von unserem Gemeindeverband statt. Es wurde sehr genau darauf geachtet, dass nur ordinierte Pastoren an der Sitzung teilnahmen. Von den Erzählungen meines Vorgängers wusste ich, dass Missionare eigentlich nicht daran teilnehmen dürfen. Zu meiner Überraschung wurde ich aufgefordert an der Sitzung teilzunehmen und mit abzustimmen - das heisst etwas. Ein Pastor meinte später, ich sei schon gut integriert. Auch wenn ich eine andere Hautfarbe habe als meine neuen Pastorenkollegen, betrachten sie mich wohl als einer von ihnen - so habe ich da eine offene Tür, um das einzubringen, was Gott mir geschenkt hat, Graças a Deus!



Die Kandidaten wurden an die Tafel geschrieben und dann in geheimer Abstimmung gewählt. Der Wahlleiter zeigte der Versammlung jeden Zettel, bevor dem jeweiligen Namen dann einen Strich hinzugefügt wurde - es muss halt alles seine Ordnung haben - auch in Afrika.


Die 6 neuen Vorstandsmtglieder werden der Versammlung vorgestellt 
- 2 wurden wiedergewählt und 4 kamen neu hinzu -

Beerdigung in Gondola

Vor gut ca. 10 Tagen verstarb der Sohn unseres Superintendenten im Alter von 37 Jahren - er war einige Wochen krank. Als Familienvater hinterlässt er 4 noch relativ kleine Kinder. Der Tod ist hier in Mosambik viel näher als in Europa. Ca. 500 Trauergäste versammelten sich auf dem Grundstück unseres Superintendenten, wo die Trauerfeier stattfand. Danach ging es dann zu Fuss zum Friedhof. Nach der Beisetzung auf dem Friedhof, wurden dann alle vor dem Haus der Trauerfamilie mit einem Essen verköstigt - das ist für die Familie ein grosser finanzieller Kraftakt - jedoch darauf zu verzichten ist kulturell nicht möglich.


 

Nach der Trauerfeier fragten mich einige betreffs "boleia" (Mitfahrgelegenheit). Ich dachte ich nehme 10 Leute mit - 6 vorne und 5 hinten im Kofferraum. Unsere Hillux ist ja nur ein 5-Sitzer. Als ich die Klappe vom Kofferraum aufmachte sprangen (so schnell konnte ich gar nicht schauen) eine ganze Reihe von Leuten in den Kofferraum, die ich nicht kannte und die mich auch nicht gefragt hatten, ob sie mitfahren dürften. Es ging nicht einmal mehr die Klappe zu. Ich erklärte ihnen, dass ich so nicht fahren könne, da das viel zu gefährlich ist. So mussten einige wieder aussteigen und bis zur nächsten Chapahaltestelle laufen. Trotz der Reduzierung der Passagiere fuhren wir völlig überladen zurück nach Chimoio - beim nächsten Mal bin ich vorsichtiger, wenn ich die Kofferraumklappe öffne.

Interkulturelle Erfahrung - Reifen kaufen

Für unser Auto Toyota Noah benötigten wir dringend vorne zwei neue Reifen. Um als Ausländer nicht zu viel Lehrgeld zahlen zu müssen, nahm ich unseren Hausmeister mit und sagte ihm, dass er den Kauf tätigen soll und ich von ihm lernen möchte. Es gibt einige Geschäfte in der Stadt, die Reifen verkaufen, doch meinte Betinho (unser Hausmeister), dass man nur in zwei Geschäften gute Qualität bekommt. Wir wählten zwei Reifen aus und dann wurde um den Preis gefeilscht. Als es nach gut 10 Minuten zu keiner Einigung kam gingen wir zu unserem Auto und starteten den Motor. Der Händler lief uns nach und klopfte an die Scheibe und sagte, dass er seinen Chef anrufen werde und siehe da, wir konnten die Reifen um einiges günstiger erwerben. Im Laden hatte er aber nur einen Reifen von dem Typ als Ausstellungsstück. Er rief im Lager an, dass sie zwei Reifen bringen sollten. Nach ca. 20 Minuten kam jemand und brachte zwei Reifen - leider die falschen. Nach ca. weiteren 20 Minuten, hatten wir dann die richtigen Reifen im Auto - es dauert hier alles etwas länger, aber es funktioniert, wenn auch nicht gleich auf Anhieb.


Nun mussten wir noch jemand finden, der uns die Reifen wechseln und auswuchten konnte.  Bei der zweiten Werkstatt funktionierte das Auswuchtungsgerät. Hebelbühne Fehlanzeige - siehe Bild. Das Auswuchten für die zwei Reifen dauerte ca. 1 Stunde - ich bin mir aber nicht sicher, ob das Auswuchten wirklich erfolgreich war - so bei Tempo 100 habe ich da so meine Zweifel. Gut, dass unser himmlischer Vater seinen Engeln befohlen hat, dass sie uns behüten auf allen unseren Wegen.


Donnerstag, 14. September 2017

Kirche Bairro 5

Die afrikanischen Kirchen sind nicht so nobel wie in Deutschland oder der Schweiz, aber
sie haben auch ihren Reiz. Da kann man sich echt wohl fühlen.


Auch auf engstem Raum kann man Gott loben, sein Wort hören und Erlebnisse mit Gott machen - darauf kommt es doch an - oder etwa nicht?


Wenn die Kinder sehen, das man Fotos macht, wollen sie auch fotografiert werden. An was sich arikanische Kinder freuen können - unglaublich; da können wir Weisse (Asungu) noch viel lernen.



Graduação

Gestern waren wir zur Abschlussfeier von Zeca (einem unserer Lehrer, eingeladen), um mit ihm den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung zu feiern.




Es fand ein kleiner Gottesdienst statt mit Kurzpredigt, verschiedenen Dankesreden und natürlich mit dem traditionellen Kuchenanschnitt und anschliessendem Festessen - fast wie bei einer Hochzeit. 

Mit so einem grossen Programm hatten wir nicht gerechnet. Ich (Markus) hatte nicht einmal eine Krawatte an und mich auch nicht auf eine Rede vorbereitet, die ich dann aber trotzdem halten musste - das geht einfach nicht ohne. Das nächste Mal wird dir Krawatte bei solch einem Anlass nicht fehlen und ich werde eine kleine Rede vorbereiten - so macht man halt seine Erfahrungen in einer anderen Kultur.


- auch dieTochter darf die "eigenartige " Mütze mal ausprobieren -

Meine erste afrikanische Kindersegnung

Am letzten Sonntag im August kamen wir in unsere Gemeinde - ich hatte an diesem Sonntag eigentlich dienstfrei (keine Predigt etc.). Bei der Begrüssung meinte unser Pastor Presidente, dass wir uns heute die Arbeit teilen. Er würde predigen und ich solle zwei Kinder einsegnen. Graças a Deus sagte er mir das gleich zu Beginn des Gottesdienstes, so konnte ich noch mir etwas Gedanken machen was ich sagen könnte und für die beiden Kinder einen Bibelvers raussuchen.

 
Die Kinder waren so dick eingepackt. dass ich genau hinsehen musste um den kleinen Kopf überhaupt sehen zu können - und das bei ca. 25 Grad. Trotz kurzer "Vorbereitungszeit" hat es mir viel Freude bereitet und auch den Gottesdienstbesuchern hat es gefallen.